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vwd Gespräch
Neuer Konzern VDN könnte bald den SMAX verstärken
Düsseldorf (vwd)
Mit der neuen Management- und Finanzholding VDN erhält der ausblutende
SMAX möglicherweise noch
in diesem Jahr wieder ein potentes Mitglied. Als erster Schritt
zum Langfristziel MDAX sei die Aufnahme
in das Kleinwertesegment ab dem dritten Quartal denkbar, sagte Vorstand
Wolfgang Knop im Gespräch
mit vwd*. Der seit Jahresbeginn börsennotierte Düsseldorfer Konzern
ist aus zunächst einer Dreier-Fusion
entstanden und vereint vier verschiedene Geschäftsfelder mit führenden
Marktpositionen unter dem Ziel
einer einheitlich hohen, stabilen Kapitalrendite in jeder Säule.
Angestrebt wird mittelfristig eine weit
höhere Börsenkapitalisierung von 500 Mio EUR.
Zur Zeit ist die VDN AG dabei, sich am Kapitalmarkt zu positionieren.
Die junge Holding stellt mit Aktivitäten
in den Bereichen Zahlungsmittel, NE-Metalltechnologie, Befestigungstechnik
und Wohndekor zwar ein
klassisches Konglomerat dar. Knop sieht darin aber keinen Nachteil.
Im Gegenteil schaffe die Bündelung
der operativen Einheiten in der Obergesellschaft einen Mehrwert,
da sie unter anderem besseren Zugang
zum Finanzmarkt schaffen und so mehr Mittel etwa für Investitionen
generieren könne, als es den Töchtern
jeweils allein möglich wäre. "VDN bildet ein Netz von Beteiligungen,
die nach einheitlichen Kriterien
wertgetrieben geführt werden", erläuterte Knop.
Geplant ist, in drei bis fünf Jahren eine Gesamtkapitalrendite
(ROI) von 15 Prozent in jedem Feld zu
erreichen und diese auch dauerhaft zu halten. Im Jahr 2000 kamen
die Beteiligungen zwar pro forma
zusammen bereits auf einen Return-on-Investment von 14,4 Prozent,
aber eben noch nicht in jeder
einzelnen Sparte. Mit dem Renditekonzept, der strategischen Aufstellung
und operativen Erfolgen hofft
Knop, die Anleger einzunehmen. Die momentane Börsenkapitalisierung
von 140 Mio EUR sei bei weitem
nicht angemessen. Die 500 Mio EUR, die er hier peu a peu erreichen
will, entsprechen dem Unterneh-
menswert, der im Verschmelzungsgutachten festgestellt wurde.
VDN steht heute für "value driven network", war aber früher die
Kurzform des wohl bekanntesten Fusions-
partners, des Münzherstellers Vereinigte Deutsche Nickel Werke AG.
Diese alte VDN wurde mit der in der
Befestigungstechnik tätigen DOAG AG auf die Langbein-Pfanhauser
Werke AG (LPW) des Großaktionärs
Michael Schröer verschmolzen. Diese wiederum bekam dann den Namen
VDN AG. Die alte LPW hielt die
Mehrheit an der bisherigen VDN, außerdem besaß Schröer einen Minderheitsanteil
an der DOAG. Direkt
und über die LPW kontrollierte er zudem die Hindrichs-Auffermann
AG. Diese im Wohndekor tätige Firma
ist als weiterer Fusionspartner gedacht.
Derzeit ist die Verschmelzung zwar noch durch die Anfechtungsklage
eines Minderheitsaktionärs blockiert.
Doch Knop ist optimistisch, dass auch das vierte Standbein wie geplant
unter dem Dach der neuen Holdingintegriert werden kann. Diese kommt
dann auf einen Streubesitz von rund 40 Prozent. Das Handelsvolumen
an der Börse soll sich verzehnfachen. Dem Bewertungsgutachten zufolge
hat der neue
Konzern mit 3.500 Mitarbeitern ein Potenzial beim Umsatz von einer
Mrd EUR, beim EBITDA von 100 Mio
und beim EBIT von 75 Mio EUR - "in absehbarer Zeit" will Knop es
heben. Der konsolidierte Umsatz des
abgelaufenen Jahres wird sich auf mehr als 800 Mio EUR belaufen.
Die Sparte Zahlungsmittel sieht sich als Weltmarktführer in der
Herstellung von Münzrohlingen. Besonders
mit der Euro-Einführung habe man ein gutes Geschäft gemacht, betont
Knop. Jede zweite Münze der neuen
Gemeinschaftswährung stamme von Tochter EuroCoin. Die Aufnahme neuer
Staaten in die EU werde einen
weiteren Schub bringen. Auch der Ersatzbedarf an Münzen sei erheblich.
Außerdem wird der Bereich
Smartcards und Micropayment aufgebaut, wobei Zukäufe geplant sind.
"Man ordnet uns Sicherheitskom-
petenz zu", betonte Ko-Vorstand Günter Franke. Im Wohndekor liege
VDN im Weltmarkt an zweiter Stelle,
die Befestigungssysteme seien Nummer Eins in Europa.
* Das Gespräch führte vwd Korrespondent Stefan
Paul Mechnig
vwd/8.3.2002/stm/mr/mim
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